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21. Oktober 2015

Podiumsdiskussion des Fördervereins Palliativ Care Krems

Thema des Ethikforums "Unheilbar krank: Assistierter Suizid - des Rätsels Lösung?"

Im Rahmen eines Ethikforums des Fördervereins Palliative Care Krems am 21.10.2015 mit dem Thema „Unheilbar krank: Assistierter Suizid – des Rätsels Lösung?“ war die Departmentleiterin als Teilnehmerin der Podiumsdiskussion geladen.

In ihrer Eröffnungsaussage verwies Frau Dr. Kemetmüller auf den international gültigen Ethikkodex für Pflegepersonen, in dessen Präambel die grundlegenden Aufgaben - Gesundheit zu fördern, Krankheit zu verhüten, Gesundheit wiederherzustellen und Leiden zu lindern – formuliert sind (ICN-Ethikkodex 2014, S. 1).

Des Weiteren wurde das Thema Pflege und ihre Rolle im speziellen, in ethisch-moralisch schwierigen Fragen angesprochen: „Die besondere Position der Pflege als Mittlerin zwischen dem einzelnen Patienten-/Bewohner und Ärzten wie auch die körpernahen Aufgaben schaffen Konflikte, die idealerweise mit allen Beteiligten im Rahmen von Fallbesprechungen diskutiert und soweit als möglich entschieden werden sollten.“ (Neumann 2006, S. 358)

Zu den Themen Selbstbestimmung und assistierter Suizid bezog sich Kemetmüller unter anderen auf Gian Borasio: „Eine Entweder-Oder“ –Haltung ist im Hinblick auf Palliativmedizin und Suizidbeihilfe nicht zu rechtfertigen. Es ist wissenschaftlich längst belegt, dass es auch bei bester Palliativversorgung Menschen gibt, die mit Berechtigung sagen „Das, was mir noch bevorsteht, möchte ich nicht erleben. Allerdings liegen die wirklichen Gefahren für die Selbstbestimmung am Lebensende woanders, nämlich in der unzureichenden pflegerischen und palliativen Versorgung sowie der allgegenwärtigen, ökonomisch motivierten Übertherapie.“ (Borasio 2014)

Zusammenfassend kann aus Perspektive der Pflege festgehalten werden, dass Menschen in der letzten Lebensphase verletzlicher und schutzwürdiger werden können. Um dieser Gegebenheit gerecht zu werden sind ethische Entscheidungsfindungen anzustreben. Diese erfordern ein klar definiertes methodisches Vorgehen um Fragestellungen interdisziplinär bearbeiten zu können.

Literatur

Borasio Gian D. (2014): Pressestatement von Prof. Dr. med. Gian Domenico Borasio Lehrstuhl für Palliativmedizin, Universität Lausanne. 6.10.2014. Bioethikkommission Wien. https://www.bka.gv.at/DocView.axd?CobId=57257. (7. Oktober 2015).

Helmchen Hanfried, Kanowski Siegfried, Lauter Hans (2006): Ethik in der Altersmedizin. Stuttgart: Kohlhammer.

ICN-Ethikkodex (2014) https://www.oegkv.at/fileadmin/user_upload/International/DBfK-ICN-Ethikkodex_fuer_Pflegende-print-final2014__2_.pdf. (13. Oktober 2015).

Neumann Eva-Maria: Ethik in der Pflege. Pflegeethik. In: Helmchen Hanfried, Kanowski Siegfried, Lauter Hans (2006): Ethik in der Altersmedizin. Stuttgart: Kohlhammer. S. 310-359.