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24. Februar 2015

Projektabnahme Pflegemodell RLT

Offizieller Abschluss der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts „Implementation der Grundgedanken des Pflegemodells Roper-Logan-Tierney (RLT)“

 

Im NÖ Landespflegeheim Mautern wurde 2013 das Projekt „Implementation des Pflegemodells Roper-Logan-Tierney“ gestartet. Das Department für Pflegewissenschaft des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds übernahm nach Anfrage durch den Projektleiter, Herrn DGKP Friedrich Ebner, die wissenschaftliche Begleitung. 

Eine Grundlage für das Projekt war das bereits vorhandene, elektronische Dokumentationssystem Vivendi®. Dieses Programm enthält unter anderem Abstimmungen mit dem Pflegemodell Roper-Logan-Tierney. Wesentliches Anliegen der Projektgruppe war, dass der Praxis, zusätzlich zum Konzept der Lebensaktivitäten, theoretisches Wissen betreffend das Pflegemodell zur Verfügung gestellt wird. Dieses Wissen bezieht sich auf ein zentrales Element des Modells, der Individualität.

Das Roper-Logan-Tierney Modell entstand in Schottland. Die drei Begründerinnen waren Nancy Roper (1918-2004), Winifried Logan und Alison Tierney. Das Modell wurde 1980 erstmals in „The Elements of nursing“ publiziert. In der Veröffentlichung, „Das Roper-Logan-Tierney-Modell, basierend auf Lebensaktivitäten (LA) 2002/2009“, wird erstmals nur das Modell dargestellt. Die Autorinnen verweisen darauf, dass dies ihre letzte Publikation ist und plädieren für eine Weiterentwicklung ihres Modells durch andere Personen.

Die Implementation eines Pflegemodells ist ein herausforderndes Projekt (Stratmeyer 2008, S. 37). Der Projektstrukturplan basierte auf mehreren Modellen. Zum einen auf den klassischen Phasen des Projektmanagements, zum anderen auf den pflegefachlich unabhängigen Implementationsmodellen von Tarlatt (2001) sowie Mandl et al. (2004) und dem pflegewissenschaftlichen Modell von Fawcett (1998/2013), das speziell die Implementation eines Pflegemodells aufzeigt.

Ausgewählte Projektergebnisse können wie folgt zusammengefasst werden: Im Rahmen des Diskurses konnte ein pflegerischer Leitgedanke formuliert werden. Weiters wurden anamneserelevante Fragen entwickelt, die die Pflegeplanung unterstützen. Diese Fragen sollen die besondere Bedeutung der persönlichen Gewohnheiten von Bewohnerinnen und Bewohnern hervorheben. Der Grundgedanke, dass die Inhalte der Pflegeanamnese, des Pflegeassessments eine Basis für Pflegeziele und Pflegemaßnahmen darstellen, war handlungsleitend.

Ausgehend von den Projektergebnissen wurde gemeinsam mit dem Department für Pflegewissenschaft (NÖGUS) die Fortbildung zum Pflegemodell Roper-Logan-Tierney (RLT-Modell) geplant und umgesetzt. Ein wesentlicher Schwerpunkt in diesem Pflegemodell ist der Pflegeprozess. Die Struktur der Fortbildung umfasste deshalb drei Themenbereiche: Wissenschaftliche Grundlagen, Inhalte zum Pflegemodell und Inhalte zum Pflegeprozess. Brandenburg, Dorschner (2008, S. 183) betonen in diesem Zusammenhang: „Es ist eine intensive Beschäftigung mit dem theoretischen Hintergrund und eine umfangreiche Schulung des Modells notwendig, um dem eigentlichen Anliegen der Autorinnen – nämlich einer individuellen Pflege – gerecht werden zu können.“

 

Einführung in die Grundgedanken des RLT-Modells

 

Literatur:

Brandenburg Hermann, Dorschner Stephan (2008): Pflegewissenschaft 1. Lehr- und Arbeitsbuch zur Einführung in das wissenschaftliche Denken in der Pflege. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Bern: Huber.

Fawcett Jacqueline, Desanto-Madeya Susan (2013): Analysis and Evaluation of nursing models and theories. 3rd edition. Philadelphia: F. A. Davis Company.

Fawcett Jacqueline (1998): Konzeptuelle Modelle der Pflege im Überblick. Bern Göttingen Toronto Seattle: Verlag Hans Huber.

Roper Nancy, Logan Winifred W., Tierney Alison J. (2009): Das Roper-Logan-Tierney-Modell. Basierend auf Lebensaktivitäten. 2., korrigierte und ergänzte Auflage. Bern: Huber.

Stratmeyer Peter (2008): Die Zukunft liegt in der Kooperation. Organisation stationärer Pflege – wenn Lösungen zu Problemen werden (Teil 2). In: Pflegezeitschrift. Jg. 61. Nr. 1. S. 34–39.

Tarlatt Alexander (2001): Implementierung von Strategien im Unternehmen. Wiesbaden: Gabler.